Informationen zum Eichenprozessionsspinner

Meldung vom 05.06.2019

Eichenprozessionsspinner

Nachdem im letzten Jahr im Bereich des Marktes Regenstauf vermehrt Gespinstnester mit Raupen des Eichenprozessionsspinners festgestellt  und insbesondere an viel frequentierten Orten (z. B. Spielplätze, Schulhöfe, Bushaltestellen, Parkplätze, öffentliche Grünanlagen etc.) bekämpft wurden, ist gegebenenfalls auch heuer wieder mit dem Befall von Eichen zu rechnen. Die Raupen dieses Nachtfalters schlüpfen im Frühjahr und bilden ab Ende April, die für den Menschen gesundheitsgefährdenden Brennhaare. Die Raupen bilden „Prozessionen“ und fressen in den Kronen die Blätter oft bis auf die Mittelrippe ab. Ältere Raupen ziehen sich im Juni tagsüber in Gespinstnester, die am Stamm und in Astgabelungen liegen, zur Häutung zurück. Die Raupen besitzen Brennhaare. Bei Kontakt können sie bei Menschen/Tieren Hautausschläge, Reizungen der Atemwege und allergische Reaktionen hervorrufen. Brennhaare befinden sich vor allem in Gespinstnestern, die am Stamm/in der Krone vor der Verpuppung gebildet werden.
Positiv ist: Die Gespinste schotten die Raupen ab und verhindern ein Herumfliegen der Brennhaare. Ende Juli fliegen die Nachtfalter aus und legen wieder Eier ab. Die Gespinste werden nicht aufgelöst, erst im Herbst/Winter abgewaschen oder verweht und fallen irgendwann zu Boden.
Auch in dieser Zeit sollte man die Gespinste nicht berühren/aufsammeln. Es können sich noch aktive Brennhaare darin befinden. Diese sind widerstandsfähig und werden erst nach Jahren zersetzt, aber überwiegend in Laubstreu und Humus durch Feuchtigkeit gebunden.

Wichtigste Vorsorgemaßnahmen: Von Eichen Abstand halten! Raupen nicht berühren! Niemals in den Gespinsten herum stochern!

Die Vorsichtregeln gelten auch für Waldbesitzer, die Holz machen: Gespinste nicht berühren oder aufsammeln! Fällen und Aufarbeiten von Eichen möglichst bei feuchter Witterung!

In der aktuellen Befall-Situation ist bei Beachtung der wichtigsten Verhaltensregeln keine größere Beeinträchtigung für die Bevölkerung zu erwarten.

Werden an Wanderwegen, Parkplätzen oder Erholungseinrichtungen Gespinste festgestellt, wird mit Absperrbändern/Warnschildern darauf hingewiesen. Bitte haben Sie dafür Verständnis. Halten Sie sich von abgesperrten Arealen fern. In Einzelfällen werden Gespinste durch Spezialfirmen abgesaugt.
Der Wärme liebende Nachtfalter wird sich dauerhaft bei uns einnisten (Klimaerwärmung!). So wie wir mit Zecken, Stechmücken und der Herkulesstaude leben, müssen wir uns auch mit dem Eichenprozessionsspinner arrangieren und uns in der Natur entsprechend verhalten.